Dat Tran, Head of Axel Springer AI © Dat Tran

"Axel Springer will zu einem AI-first-Unternehmen werden."

Wenn man von Axel Springer hört, denkt man sofort an BILD und Welt - ein traditionsreiches Zeitungsunternehmen. Seit 2019 ist Axel Springer allerdings nicht nur das größte digitale Medienunternehmen Europas, sondern will auch ein führendes Technologieunternehmen werden. Darüber hinaus ist es das Ziel, digitale Produkte zu entwickeln, die die Menschen gerne nutzen, und die meisten dieser Produkte sind heutzutage intelligent. Um dieses Ziel zu erreichen, wird KI benötigt. #KI_Berlin sprach mit Dat Tran, dem Leiter der KI bei Axel Springer, über seine Pläne, wie er dieses Ziel erreichen will.

Sie sind seit Juni 2019 bei Axel Springer. Was machen Sie dort genau?

Meine Aufgabe ist es, Axel Springer AI aufzubauen, eine neue KI-Einheit für Axel Springer mit dem Ziel, Axel Springer eines Tages zu einem AI first Unternehmen zu machen. Wir haben Axel Springer AI als Teil der Axel Springer Ideas Engineering gegründet, die die Innovationseinheit des Konzerns ist. 

Das Ziel von Axel Springer AI ist:

1. KI für jeden innerhalb des Konzerns zugänglich zu machen, indem wir Schulungen, Workshops etc. anbieten.

2. Etablierung von Best Practices und Unterstützung unserer Einheiten beim Aufbau konzernweit nutzbarer ML-Dienstleistungen, z.B. imagededup

3. Angewandte Forschung für unsere Gruppe, z.B. BERT-Modelle auf deutsche Texte anwenden oder Deep Fakes

Warum haben Sie Axel Springer AI als Teil der Axel Springer Ideas Engineering gegründet?

Die Axel Springer Ideas Engineering GmbH wurde 2013 als separater Technik-Inkubator für den Axel Springer Konzern gegründet, um die Leistungsfähigkeit und das Wachstum des Konzerns und seiner Marken zu unterstützen und zu fördern. Sie hat sich seitdem zum Innovationsmotor und Think Tank von Axel Springer entwickelt. Durch sie konnte Axel Springer organischer wachsen und zu einem weltweit anerkannten Technologieunternehmen werden. Da die Vision von Axel Springer AI gut mit der Vision der Ideas Engineering übereinstimmt, war es eine perfekte Ergänzung, dort anzufangen.

Axel Springer ist nicht als Technologieunternehmen bekannt, warum sind Sie dort eingestiegen?

Das ist nicht wahr! Viele Leute verbinden uns zwar immer noch mit BILD und Welt, aber 80% unserer Umsätze kommen aus digitalen Aktivitäten wie unserem Rubrikengeschäft mit StepStone oder Immonet. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits viel in diesen Bereich investiert und machen weiter. Wir wollen uns mehr für Tech-Themen engagieren.

Unser neuer Investor KKR hat den finanziellen Rahmen für die neue strategische Ausrichtung des Konzerns geschaffen. Axel Springer wird sich in den kommenden Monaten auf die Umsetzung seiner Wachstumsstrategie konzentrieren, um den digitalen Journalismus und das digitale Rubrikengeschäft im Internet auszubauen.

Ist Axel Springer zu spät dran mit KI?

Nicht wirklich. Axel Springer hat einen versteckten Wettbewerbsvorteil in der KI. Was wir in der KI wirklich machen, ist nicht wirklich starke KI, sondern maschinelles Lernen und das hängt stark von Daten ab. Und Axel Springer ist ein großes Medienhaus mit einer großen Bandbreite an Daten. Zum Beispiel unsere Preisvergleichsseite idealo.de hat Millionen von Preis- und Bilddaten für Produkte und Hotels. Außerdem haben wir viele Textdaten von unseren Nachrichtensendern bild.de und welt.de, sowie tonnenweise Videos von businessinsider.de oder WeltNews. Sicherlich haben wir noch nicht die Top-Maschinenlerner, die alle Probleme bewältigen können, aber wir wollen das schrittweise ändern. Zum Beispiel haben wir bereits eine erste Gruppe von Machine-Learning-Ingenieuren eingestellt und wir wollen in Zukunft noch weiter wachsen.

Warum ist Berlin für Sie der beste Standort?

Wir haben uns für Berlin als Standort entschieden, weil Berlin mit den drei großen Universitäten TU Berlin, HU Berlin und FU Berlin sowie den vielen Hochschulen das richtige Ökosystem für junge Talente hat.

Darüber hinaus sind in Berlin das Berlin Big Data Center oder das DFKI sowie mehrere Forschungslabore anderer Unternehmen wie Zalando Research, Google Brain, Amazon Research und viele mehr angesiedelt. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Lebensbedingungen in Berlin. Es ist immer noch günstiger als andere große Städte in Deutschland, zum Beispiel München. Aber das Wichtigste ist, dass der Hauptsitz von Axel Springer in Berlin liegt.

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