© The Italian Coastguard / Massimo Sestini

2,5 Tage, 55 KI-Experten und ein Ziel: Leben im Mittelmeer retten.

Im Sommer diesen Jahres veranstaltete Deep Berlin den ersten AI for Good Hackathon, also eine kollaborative Veranstaltung für die Entwicklung von Hard- und Software für den guten Zweck. Die diesjährige Mission: Seenotrettern bei der Aufspürung von Booten in Not auf dem Mittelmeer zu helfen.

Nach wie vor sterben viele Menschen auf dem offenen Meer, in den letzten fünf Jahren waren es 16.000 und die Zahlen steigen. Mittels einer Deep-Learning-Software für die Bildauswertung in Drohnen, können Boote schneller identifiziert und somit Leben gerettet werden. “Das manuelle Suchen von Schiffen am Horizont mittels Fernglas ist extrem zeitintensiv und erfordert eine hohe Konzentration. Entsprechende Radar-Anlagen auf den Schiffen besitzen nicht die Genauigkeit kleine Boote in großen Distanzen zu detektieren. Eine Suche mittels Flugzeugen ist leider auch nicht zu jedem Zeitpunkt möglich. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in automatisierten Flugdrohnen ist ein effizienter Weg Boote zu erkennen und von Wellen, Wolkenschatten, etc. zu unterscheiden”, erklärt Dr. Mustapha Al Helwi, Initiator und Partner von Deep Berlin.

Bildverarbeitungssoftware für Drohnen kommt in der Seenotrettung bereits zum Einsatz, doch klassische Algorithmen stoßen an ihre Grenzen. So entstand die Idee, das KI-Netzwerk von Deep Berlin zu nutzen und Mitstreiter für die Weiterentwicklung der Software im Rahmen eines Hackathons zu finden. Über 80 Bewerbungen trafen innerhalb von drei Wochen ein, obwohl es keinen wirtschaftlichen Anreiz gab. ”Es ist bemerkenswert, dass 55 KI-Experten*innen, die teilweise extra für dieses Event aus Stuttgart, München und Augsburg nach Berlin angereist waren, im Sommer bei tollem Wetter in einem Raum vor dem Rechner saßen und ihr komplettes Wochenende für diesen guten Zweck dort verbrachten”, so Al Helwi.

Aktuell befindet sich die Software in einem Betatest mit ausgewählten kleineren Rettungsschiffen. Auch über den Hackathon hinaus arbeiten einige Teilnehmer*innen an den Algorithmen weiter, um das Projekt langfristig zu unterstützen.

“Eine manuelle Erstellung von Algorithmen, welche die gleiche Erkennungs-Performance abbilden können, würde Jahre dauern und ist aufgrund der akuten Situation nicht erstrebenswert”, verdeutlicht Al Helwi noch einmal. Sich jedoch blind auf Künstliche Intelligenz zu verlassen ist, wie in den meisten Fällen, auch hier nicht möglich. Alle Drohnenbilder müssen noch zusätzlich von Menschen gesichtet werden. Die künstliche Intelligenz ist aber durch die Selektion und Aussonderung eine große Entlastung und steigert die Effizienz der Seenotrettung.

Durch den großen Erfolg des ersten Hackathons sind die Betreiber*innen zuversichtlich, einen weiteren im kommenden Jahr zu veranstalten. Dann heißt es wieder: Gutes tun mit KI!

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